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"Tut extrem weh": Knorr erlebt Pokal-Drama zum Abschied
Juri Knorr schüttelte nach seinem persönlichen Pokal-Drama immer wieder den Kopf und konnte nicht fassen, was er in diesem Handball-Krimi mit Überlänge erlebt hatte. Der Mittelmann der Rhein-Neckar Löwen spielte im Halbfinale des DHB-Pokals gegen den THW Kiel groß auf, hatte einen märchenhaften Abschied von den Mannheimern vor Augen - und war am Ende doch die tragische Figur.
"Es tut extrem weh", sagte Knorr völlig niedergeschlagen am ARD-Mikrofon. Mit zwei verworfenen Siebenmetern gegen Nationalmannschaftskollege Andreas Wolff - einen kurz vor Ende der regulären Spielzeit, einen in der Overtime - stand Knorr trotz einer starken Leistung und neun Treffern im Anschluss an das 31:32 nach Verlängerung unfreiwillig noch mehr im Mittelpunkt als ohnehin schon.
"Ich verwerfe den entscheidenden Siebenmeter – und trotzdem rettet David (Späth, d. Red.) den Ball, rettet uns und mir den Arsch. Und dann schaffe ich es trotzdem nicht, den letzten Ball reinzumachen", sagte Knorr enttäuscht: "So ist der Sport."
Der 24-Jährige wird die Löwen im Sommer nach vier Jahren verlassen und zum dänischen Spitzenklub Aalborg HB wechseln. Vor dem Final-Four-Turnier in Köln hatte der Olympiazweite von Paris angesichts seines nahenden Abschieds von einer "großen Chance" gesprochen, "noch einmal richtig was zu reißen". Neben Olympia-Silber sei der Pokalsieg 2023, wo Knorr in der Lanxess Arena bereits überragt hatte, schließlich "auf jeden Fall das Highlight" seiner bisherigen Karriere gewesen.
Doch zu einer Wiederholung kam es nicht, weil die Löwen gegen den eiskalten Rekordsieger einen zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Vorsprung nicht ins Ziel bekamen. Der Ausfall von Ivan Martinovic, der sich im ersten Abschnitt am Knie verletzte und unter Tränen aus Halle humpelte, sorgte für einen Bruch im Löwen-Spiel und noch mehr Verantwortung auf Knorrs breiten Schultern. Er übernahm sie - und scheiterte dann zweimal an Wolff.
"In erster Linie war es ein sehr langes Spiel für uns, ein zäher Kampf. Wir haben es nicht geschafft, die Intensität ganz oben zu halten – vor allem im Angriff fehlte uns hinten raus die Puste, die Energie", analysierte Knorr und ergänzte: "Das Wichtigste ist, dass es Ivan gut geht. Ich weiß es nicht, aber ich hoffe einfach, dass alles irgendwie gut ist. Das hat uns emotional extrem wehgetan. Es sollte heute nicht unser Tag sein."
P.Sousa--PC