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Van der Poel triumphiert in Ussel - Pogacar weiter in Gelb
Mathieu van der Poel hat bei der nächsten Hitzeschlacht der Tour de France einen Ausreißer-Coup gelandet. Der niederländische Ex-Weltmeister triumphierte vor dem ersehnten Ruhetag auf der wegen der hohen Temperaturen verkürzten neunten Etappe aus einer vierköpfigen Fluchtgruppe heraus im Sprint und feierte im Glutofen von Ussel am Rande des Zentralmassivs seinen insgesamt dritten Tagessieg bei der Frankreich-Rundfahrt.
Der bis dato unauffällige van der Poel verwies bei Temperaturen jenseits der 30 Grad nach 154,6 km den Norweger Tobias Johannessen (Uno-X Mobility) und den Briten Tom Pidcock (Pinarello Q36.5 Pro Cycling) auf die Plätze zwei und drei und fuhr zu seinem 61. Profisieg. In einem von Ausreißern geprägten Rennen mit vier Bergwertungen der zweiten bis vierten Kategorie spielten die Deutschen im Finale keine Rolle.
In der Gesamtwertung blieb alles beim Alten. Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE Emirates-XRG) führt das Klassement weiter mit einem komfortablen Vorsprung von 2:42 Minuten vor Jonas Vingegaard (Visma-Lease a Bike) an. Dritter ist Pogacars Teamkollege Isaac del Toro (3:27 Minuten zurück).
Florian Lipowitz erreichte das Ziel mit Pogacar und Co. im ausgedünnten Hauptfeld. Als Siebter hat der Vorjahresdritte vom deutschen Rennstall Red Bull-Bora-hansgrohe das Podium fest im Blick, der Rückstand auf del Toro beträgt 33 Sekunden. Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel, der den Ulmer zuletzt kritisiert hatte, hat im teaminternen Duell auf Rang vier (+3:30) derzeit die Nase gegenüber Lipowitz vorn.
Die Etappe war ursprünglich in einer Länge von 185,5 km geplant gewesen. Weil die Temperaturen am frühen Nachmittag im Département Corrèze die von den Behörden vorgegebenen Grenzwerte für Sportveranstaltungen überschritten, wurden in der Anfangsphase 30 Renn-Kilometer gestrichen. Die Fahrergewerkschaft CPA forderte in einem Schreiben vor Etappenstart, die Startzeiten der Sommerrennen anzupassen, "um die Gesundheit der Athleten zu schützen".
Die drückende Hitze hielt die Fahrer nicht ab, zu Beginn ein enormes Tempo anzuschlagen. Das Hauptfeld dünnte sich aus, eine Fluchtgruppe konnte sich aber lange nicht absetzen, auch die Deutschen Felix Engelhardt und Michel Heßmann probierten es vergeblich. Nach knapp 60 km gelang es 16 Profis eine Lücke zu reißen.
Schnell halbierte sich die Gruppe, letztlich machten vier Fahrer den Sieg unter sich aus. Lipowitz und Evenepoel mussten einen Großteil der Etappe ohne Helfer bestreiten. Bei der Versorgung übernahm vor allem Lipowitz die Verantwortung, der 25-Jährige reichte seinem Co-Kapitän brav die Flaschen.
Am Montag ruht das Peloton erstmals. Neben Medienterminen steht nach kräftezehrenden Renntagen vor allem die Regeneration im Vordergrund, ehe am Dienstag, dem französischen Nationalfeiertag, die schwierige zehnte Etappe wartet. Die Kletterpartie durch die Auvergne über 166,6 km von Aurillac nach Le Lioran kommt mit sieben Bergwertungen auf den letzten 100 km daher, bevor es zum kurzen Bergauf-Finale in den 1240 m hohen Zielort im Zentralmassiv geht.
S.Pimentel--PC