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Eiskunstlauf: Gartung hofft auf Olympiaticket - Russen dabei
Mit Genrikh Gartung als deutschem Hoffnungsträger und russischen Olympiaträumen kämpfen die Eiskunstläufer ab Freitag um die verbliebenen Tickets für die Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo. Bei der Olympia-Nach-Qualifikation in Peking rückt bis Sonntag neben dem Auftritt des 17 Jahre alten Vierfach-Springers Gartung vor allem die Anwesenheit der Starter aus Russland und Belarus in den Fokus.
"Es ist ein schwieriges Thema mit zwei Seiten", sagte Präsident Andreas Wagner von der Deutschen Eislauf-Union (DEU) dem SID. Man habe auch Mitgefühl mit den Sportlern, die nicht pauschal für das Regime in ihren Ländern verantwortlich gemacht werden könnten. "Man kann ihnen nicht pauschal unterstellen, dass sie hinter dem Regime stehen. Unter Umständen dürfen sie in der besten Phase ihrer Karriere nicht an den wichtigsten Wettbewerben teilnehmen", sagte Wagner: "Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass man diese Sanktionen zurecht ergriffen hat."
In der Bewertung der Wiedereingliederung russischer und belarussischer Sportler folge man der Ausrichtung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Den kleinen Spalt, den man geöffnet habe, "finden wir in Ordnung, den können wir nachvollziehen", sagte Wagner.
Der DOSB spricht sich trotz des andauernden Angriffskriegs auf die Ukraine für die Eingliederung neutraler Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus in den Weltsport aus. Der DOSB beruft sich auf die Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zur Wiedereingliederung unter neutralem Status und weiteren strengen Auflagen. Diese Auflagen hatte es auch bei den Sommerspielen 2024 in Paris gegeben.
Für die kommenden Winterspiele in Italien (6. bis 22. Februar) sind im Eiskunstlauf der Großteil der Startplätze bei der WM im März in Boston vergeben worden. Dort erlief das DEU-Team auch dank des WM-Silbers der Paarläufer Minerva Hase/Nikita Volodin zwei Olympia-Startplätze im Paarlaufen und einen Startplatz im Eistanzen. Die Sportler aus Russland und Belarus dürfen in Peking nicht an der Qualifikation für diese Disziplinen antreten, da sie als Team-Events gewertet werden.
Lediglich vier russischen Athleten - je zwei Frauen und zwei Männer - wurde vom Weltverband ISU eine Startfreigabe erteilt, darunter die russische Meisterin von 2024 Adelija Petrossjan (18). Bereits im Mai hatte die ISU mitgeteilt, dass nicht alle nominierten Athleten "die strenge Überprüfung" bestanden hätten.
Der deutschen Juniorenmeister Gartung, der als gebürtiger Russe noch nicht über die deutsche Staatsbürgerschaft verfügt und derzeit nicht in Mailand startberechtigt wäre, ist für den Männer-Wettbewerb nominiert. Eine deutsche Läuferin wurde für die Olympia-Qualifikation nicht gemeldet.
A.S.Diogo--PC