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Club of Rome und Wuppertal Institut mahnen sozial-ökologisches Umsteuern an
Der Club of Rome und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie haben einen sozial gerechten Umbau der Wirtschaft für mehr Klimaschutz angemahnt. Dabei seien die Stärkung der Wirtschaft und der Kampf gegen die Erderwärmung kein Widerspruch, machen beide in ihrem am Montag in Berlin vorgestellten gemeinsamen Buch "Earth for All Deutschland - Aufbruch in eine Zukunft für alle" deutlich.
"Die erforderlichen technischen und politischen Lösungsoptionen haben wir bereits", betonte der Präsident des Wuppertal Instituts, Manfred Fischedick. "Nun kommt es jedoch darauf an, sie geschickt miteinander zu kombinieren und vor allem darauf, die sozialen und ökologischen Aspekte zusammenzudenken", erklärte er weiter. "Dann ist eine nachhaltige Transformation möglich."
Es gelte den Blick weniger auf die Risiken, als die mit einem Umsteuern verbundenen "Chancen und immensen Potenziale" zu richten, verlangte Fischedick. In dem Buch entwerfen die Autorinnen und Autoren zwei Szenarien: einen Weg des "Weiter so", der aktuelle Krisen verstärke, sowie einen "entschlossenen auf strukturelle Veränderungen setzenden Transformationspfad, einen "großen Sprung" nach vorn.
"Eine sozial-ökologische Transformation ist angesichts unserer Herausforderungen der pragmatisch gebotene Schritt", erklärte Ko-Autor und Club of Rome-Programmdirektor Till Kellerhoff. "Wir können nicht so weitermachen wie bisher, denn die Veränderungen durch die Klimakrise als auch die Kosten des Nicht-Handelns sind deutlich höher als die einer konsequenten Transformation", hob auch er hervor. Wichtig sei aber, dabei ökologische und soziale Faktoren gemeinsam zu betrachten.
Zentrale Aussage der Publikation ist, dass die unterschiedlichen Bereiche jeweils nur zusammen gedacht werden können. Es gelte parallel "die Armut zu beseitigen, die Ungleichheit zu verringern, die Selbstwirksamkeit zu stärken, das Ernährungssystem umzugestalten und das Energiesystem zu transformieren". Zudem müsse gerade in einem Land mit hohem Ressourcenverbrauch wie Deutschland generell auf eine Kreislaufwirtschaft umgestellt werden.
"Gelingt es uns, in der Gesellschaft technologische Lösungen im Verbund mit einem nachhaltigen Lebensstil umzusetzen, lassen sich Ressourcen sparen und Umweltbeeinträchtigungen vermeiden", erklärte das Wuppertal Institut. Investitionen in eine derart gestaltete ökologische Transformation seien Investitionen in die Zukunft: "Sie sind nicht nur notwendig, sondern auch finanzierbar, sozial mehrheitsfähig und sorgen dafür, dass die Demokratie gestärkt wird."
Die deutsche Earth4All-Initiative ist eingebettet in das internationale Earth4All-Projekt und beschreibt mögliche Lösungswege im nationalen Kontext. Die Analyse ist dabei auf die Umstände in Deutschland zugeschnitten. Entsprechende Publikationen gibt es auch für andere Länder und Regionen oder befinden sich in Vorbereitung.
X.Matos--PC