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Energieintensive Industrie: Produktion geschrumpft und zehntausende Jobs gestrichen
Die energieintensiven Industriezweige in Deutschland - Hersteller etwa von Zement, Glas oder Papier - haben wegen höherer Kosten in den vergangenen vier Jahren die Produktion stark zurückgefahren und zehntausende Jobs gestrichen. Von Februar 2022 bis März 2026 schrumpfte die Produktion um 15,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Die Zahl der Beschäftigten sank um 6,3 Prozent oder 53.300.
Höhere Energiepreise treffen die energieintensive Industrie stärker als andere Wirtschaftsbereiche, wie das Statistikamt erklärte. Es wählte als Vergleichspunkt den Februar 2022, als der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine begann - in der Folge stiegen die Energiepreise massiv. Die energieintensiven Industriezweige benötigten 2024 zusammen 75,6 Prozent der insgesamt in der Industrie verbrauchten Energie - allen voran die chemische Industrie mit einem Verbrauch von knapp 28 Prozent am Gesamtverbrauch.
Der Produktionsrückgang war am stärksten bei Herstellern von Produkten aus Beton, Zement und Kalksandstein, er betrug mehr als 29 Prozent. Die Sparte gehört zum Wirtschaftszweig "Herstellung von Glas, Glaswaren und Keramik sowie Verarbeitung von Steinen und Erden", wo die Produktion insgesamt um 25 Prozent einbrach. In der Papierindustrie und in der chemischen Industrie sank die Produktion laut Statistik um jeweils mehr als 18 Prozent ein. In der Metallerzeugung und -verarbeitung war der Rückgang mit knapp 13 Prozent etwas geringer.
Eine Ausnahme war die Mineralölindustrie: Hier stieg die Produktion von Februar 2022 bis März 2026 um ein Viertel. Grund seien "deutliche Zuwächse" seit Januar dieses Jahres.
Vor vier Jahren waren laut Statistik insgesamt 847.700 Menschen in der energieintensiven Industrie beschäftigt. Im März dieses Jahres lag die Zahl nur noch bei 794.400. Den größten Beschäftigtenrückgang gab es anteilig in der Papierindustrie, vergleichsweise gering mit 5,5 Prozent war er in der chemischen Industrie.
C.Amaral--PC