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Markteintritt von Italo: Monopolkommission begrüßt Konkurrenz für Deutsche Bahn
Die Monopolkommission begrüßt die Pläne eines Markteintritts des italienischen Zugunternehmens Italo als Wettbewerber der Deutschen Bahn im Fernverkehr. Wettbewerb sei gut für die Fahrgäste, erklärte der Vorsitzende des Beratergremiums der Bundesregierung, Tomaso Duso, am Mittwoch. Die Bundesnetzagentur schaffe mit ihrer vorgeschlagenen Wettbewerbsklausel dafür die richtige rechtliche Grundlage.
Italo will ab 2028 Fernzugverbindungen auf den stark frequentierten und daher besonders profitablen Strecken von München über Köln nach Dortmund und von München nach Berlin anbieten. Bislang wird der Fernverkehr in Deutschland von der DB dominiert. Die Bundesnetzagentur schlug Ende Juni besagte Wettbewerbsklausel vor, die den Markteintritt ermöglichen soll.
"Vereinfacht gesagt: Auf besonders gefragten Strecken darf die Deutsche Bahn künftig nicht mehr fast alle Zugtrassen für sich behalten, sondern muss mindestens ein Viertel davon für Konkurrenten wie Italo freihalten", erklärte Duso dazu. "Das verhindert, dass der etablierte Anbieter neue Wettbewerber allein durch seine Marktmacht von attraktiven Verbindungen verdrängen kann."
Kritisch sehen die Wettbewerbsexperten nach Angaben ihres Vorsitzenden, dass weiterhin die Deutsche Bahn im Detail darüber entscheiden soll, wie hoch die Wettbewerberquote auf den entsprechenden Strecken ist. "Das birgt die Gefahr, dass sie zulasten neuer Anbieter ausgelegt wird", erklärte Duso. "Wenn mehrere Wettbewerber gleichzeitig auf den Markt drängen, muss die Aufteilung der Trassen fair und vorhersehbar bleiben, sonst bleibt der Wettbewerb ein Papiertiger."
Die Deutsche Bahn hatte den Vorschlag der Bundesnetzagentur kritisiert. Der Konzern warnt davor, dass der Wettbewerb auf hochprofitablen Strecken zulasten des Angebots auf weniger nachgefragten Strecken gehen könnte. Hinzu kämen Kapazitätsprobleme auf der Schiene an viel befahrenen Knoten. Auch die Bahn-Gewerkschaft EVG sieht den Italo-Markteintritt deshalb kritisch.
Die Bahn wehrt sich zudem gegen geplante Vorgaben der Netzagentur zur Vergabe von Flächen in Bahnhöfen an neue Wettbewerber. Auch dies begrüßt die Monopolkommission hingegen explizit: "Wer im Bahnhof mitspielen will, muss auch Fahrkartenschalter und Lounges anbieten können", erklärte Duso. "Ohne diskriminierungsfreien Zugang zu Vertriebs- und Serviceflächen bleibt jeder Wettbewerb auf der Schiene halbherzig."
V.Fontes--PC