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"Das Salz der Erde": Fotograf und Umweltaktivist Sebastião Salgado gestorben
Der weltweit bekannte Fotograf und Umweltaktivist Sebastião Salgado ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Salgado sei den Folgen einer "schweren Leukämie" erlegen, erklärte seine Familie am Freitag. Der Blutkrebs sei die Folge einer speziellen Form der Malaria gewesen, an der er während eines Aufenthalts in Indonesien im Jahr 2010 erkrankt sei.
Der Fotograf mit brasilianischer und französischer Staatsbürgerschaft hat mit seinen eindrücklichen Schwarz-Weiß-Bildern weltweit für Furore gesorgt. Mit ihnen griff er unter anderem das Schicksal von Flüchtlingen auf, in den vergangenen Jahren standen seine Aufnahmen vor allem im Zeichen des Natur- und Klimaschutzes. Filmregisseur Wim Wenders porträtierte ihn im Jahr 2014 in dem für den Oscar nominierten Dokumentarfilm "Das Salz der Erde".
Zuerst hatte die französische Akademie der Schönen Künste in Paris, deren Mitglied Salgado war, seinen Tod verkündet. Salgado sei ein "großer Zeuge der menschlichen Verfassung und des Zustands des Planeten" gewesen, würdigte die Akademie sein Schaffen.
Der am 8. Februar 1944 im Südosten Brasiliens geborene Salgado machte zunächst einen Abschluss in Wirtschaft, kam aber dann über die Kamera seiner Frau zur Fotografie. Der Autodidakt, der vor der Militärdiktatur in seiner Heimat nach Frankreich floh, durchkreuzte fortan den Globus, von Ruanda bis Guatemala, von Indonesien bis Bangladesch, und dokumentierte Hungersnot, Krieg, Exodus, Ausbeutung und andere Tragödien der sogenannten Dritten Welt mit der Empathie von "jemandem, der aus dem gleichen Teil der Welt kommt", wie er einst sagte.
Als Umweltaktivist war Salgado auch ein ausgesprochener Gegner des rechtsradikalen brasilianischen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro (2019-2022), der den Regenwald am Amazonas für die Landwirtschaftsindustrie und den Bergbau im großen Stil öffnete. Mit dem aktuellen brasilianischen Präsidenten Luiz Inacio Lula da Silva pflegte Salgado dagegen eine enge Freundschaft. Der linksgerichtete Staatschef würdigte Salgado als "einen der besten Fotografen, den die Welt uns gegeben hat".
Salgado gründete selbst eine Umweltschutzorganisation namens Instituto Terra, um die Abholzung der Wälder in seinem Heimat-Bundesstaat Minas Gerais zu stoppen. Für seine Arbeit und sein Engagement erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 2019 als erster Fotograf den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seine Fotos seien Botschaften "für den Frieden, für die Menschlichkeit, für die Verständigung der Völker", hieß es in der Begründung.
V.Fontes--PC