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Mögliche Zusammenarbeit: US-Ministerin besucht Militärstützpunkte in Ecuador
US-Heimatschutzministerin Kristi Noem hat eine Militäreinrichtung in Ecuador besucht, wenige Tage bevor die Bevölkerung dort über die Wiedereinrichtung ausländischer Militärstützpunkte abstimmt. Noem sei am Nachmittag am Luftwaffenstützpunkt Eloy Alfaro in der Stadt Manta eingetroffen, sagte die Sprecherin von Ecuadors Präsident Daniel Noboa, Carolina Jaramillo, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Quito. Der Besuch sei Teil ihrer Besichtigung von "strategischen Einrichtungen", die als "potenzielle Stützpunkte" für das US-Heimatschutzministerium dienen könnten.
Die Bevölkerung in Ecuador soll am 16. November in einem Referendum über die Wiedereinrichtung ausländischer Militärstützpunkte abstimmen. Stimmen die Wähler der Maßnahme zu, werden laut Jaramillo US-Sicherheits- und Verteidigungsbehörden gemeinsam mit der ecuadorianischen Polizei und Armeeeinheiten, die für die Bekämpfung von organisierter Kriminalität zuständig sind, an diesen Stützpunkten operieren.
Die Abstimmung findet vor dem Hintergrund des verschärften Vorgehens der USA gegen mutmaßliche Drogenschmuggler in der Region statt. Bei US-Angriffen auf mutmaßliche Drogenboote im Pazifik sind bislang mindestens 67 Menschen getötet worden. Ecuadors Präsident Noboa unterstützt das Vorgehen der US-Regierung.
Ecuadors Verteidigungsminister Gian Carlo Loffredo sagte in einer Videobotschaft mit Blick auf die Zusammenarbeit zwischen Ecuador und den USA: "Wenn Kriminalität keine Grenzen kennt, dürfen auch die Strategien zu ihrer Bekämpfung keine Grenzen kennen." Die Kooperation konzentriere sich insbesondere auf "technologische Ressourcen und Ausstattung", an denen es Ecuador fehle.
In der ecuadorianischen Stadt Manta waren ein Jahrzehnt lang US-Flugzeuge für Maßnahmen zur Drogenbekämpfung stationiert, bevor Ecuador 2008 eine neue Verfassung verabschiedete, die ausländische Stützpunkte auf seinem Territorium verbot.
US-Heimatschutzministerin Noem sollte am Donnerstag auch einen Militärstützpunkt in der Küstenstadt Salinas besuchen. Dort gab es während des Zweiten Weltkriegs einen US-Militärstützpunkt.
Das ehemals als relativ sicher geltende Ecuador hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Drehscheibe des internationalen Drogenhandels entwickelt. Kartelle und Banden kämpfen um Reviere und um Schmuggelrouten, über die Kokain und andere Drogen aus den Nachbarländern Kolumbien und Peru unter anderem in die USA gelangen.
Washington wirft vor allem Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die USA aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Venezuelas linksnationalistischer Präsident Nicolás Maduro bezeichnet die Angriffe der USA hingegen als illegale "Hinrichtungen" und vermutet dahinter US-Pläne zu seinem Sturz.
Der im April wiedergewählte ecuadorianische Präsident Noboa geht bereits mit Hilfe der Armee gegen Drogenbanden vor und hat US-Präsident Donald Trump eine Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen angeboten.
E.Borba--PC