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RSF-Miliz stimmt Waffenruhe-Vorschlag internationaler Vermittler zu
Im Bürgerkriegsland Sudan hat die Konfliktpartei Rapid Support Forces (RSF) nach eigenen Angaben einem internationalen Vermittlervorschlag für eine Waffenruhe zugestimmt. Die RSF bekräftige ihre Zustimmung zu dem von den USA, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien eingebrachten Vorschlag für eine "humanitäre Waffenruhe", erklärte die Miliz am Donnerstag.
Diese sei notwendig, "um die katastrophalen humanitären Folgen des Krieges zu bewältigen und den Schutz der Zivilbevölkerung zu verbessern" sowie "die dringende Lieferung humanitärer Hilfe sicherzustellen".
Der RSF wird vorgeworfen, nach der Einnahme der Großstadt Al-Faschir Ende Oktober Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen und weitere Gräueltaten verübt zu haben. Dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag zufolge könnten diese Handlungen "Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Sinne des Römischen Statuts" sein. Der UN-Menschenrechtsrat kündigte am Donnerstag an, dass er nächste Woche eine Dringlichkeitssitzung zur Lage in Al-Faschir abhalten werde.
Die Regierung von Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan äußerte sich zunächst nicht zu der RSF-Erklärung. Zuvor hatte al-Burhan erklärt, seine Streitkräfte würden "auf die Niederlage des Feindes hinarbeiten". "Bald werden wir diejenigen rächen, die getötet und misshandelt wurden (...) in allen Regionen, die von den Rebellen angegriffen wurden", sagte er in einer Fernsehansprache.
Die sudanesische Regierung hatte Anfang dieser Woche nach einer internen Beratung über einen Waffenruhe-Vorschlag der USA angekündigt, den Krieg fortzusetzen.
Bislang waren keine Einzelheiten zu dem Vorschlag der internationalen Vermittler bekannt geworden. Am Donnerstag sagte ein hochrangiger Vertreter Saudi-Arabiens der Nachrichtenagentur AFP, der Vorschlag sehe "eine dreimonatige Waffenruhe im ganzen Land" vor. In deren Zuge würden dann Anstrengungen unternommen, um die Armee und die RSF zu Gesprächen über ein dauerhaftes Friedensabkommen im saudiarabischen Dschidda zusammenzubringen.
Seit 2023 kämpfen die Armee von Militärherrscher Fattah al-Burhan und die aus der berüchtigten arabischen Dschandschawid-Miliz hervorgegangene RSF seines früheren Stellvertreters Mohamed Hamdan Daglo um die Macht im Sudan. In dem nordostafrikanischen Land herrscht nach Einschätzung der UNO die schwerste humanitäre Krise der Welt.
Mit der Einnahme von Al-Faschir in der Region Darfur vor mehr als einer Woche kontrolliert die RSF inzwischen alle fünf größeren Städte in dieser Region. Aus Al-Faschir konnten nach UN-Angaben 65.000 Menschen fliehen, zehntausende weitere sind noch in der Stadt gefangen. Aus Angst vor den sich ausweitenden Kämpfen flüchteten zuletzt auch aus der Nachbarregion Kordofan zehntausende Zivilisten.
X.Brito--PC