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Kambodscha wirft Thailand Verstärkung von Angriffen in Grenzgebiet vor
Kambodscha hat Thailand vorgeworfen, seine Luftangriffe im Grenzgebiet zwischen beiden Ländern trotz laufender Verhandlungen verstärkt zu haben. Das kambodschanische Verteidigungsministerium erklärte am Freitag, thailändische F-16-Kampfjets hätten in den Morgenstunden bis zu 40 Bomben auf das Gebiet des Dorfes Chok Chey in der Provinz Banteay Meanchey abgeworfen. Thailand habe seine Bombardierungen damit "intensiviert".
Thailändische Medien wiederum berichteten, kambodschanische Truppen hätten in der Nacht das Grenzgebiet der Provinz Sa Kaeo bombardiert. Dabei seien mehrere Häuser beschädigt worden.
Erst am Mittwoch waren Verhandlungsdelegationen aus Thailand und Kambodscha an einem Grenzkontrollpunkt zusammengekommen, um über ein Ende des im Dezember wieder aufgeflammten Konflikts zu beraten. Am Samstag sollen sich die Verteidigungsminister der beiden Nachbarländer treffen.
Bei den neuen Kämpfen wurden nach offiziellen Angaben bislang mehr als 40 Menschen getötet. Rund eine Million Menschen wurden vertrieben. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, die neuen Gefechte ausgelöst zu haben, und berufen sich jeweils auf ihr Recht auf Selbstverteidigung.
Ende Oktober hatten die beiden Staaten im Beisein von US-Präsident Donald Trump in Malaysia ein Abkommen unterzeichnet, das einen langfristigen Frieden sichern sollte. Thailand setzte die Umsetzung des Abkommens im November jedoch aus. Der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt ist die Folge einer unklaren Grenzziehung durch Kambodschas ehemalige Kolonialmacht Frankreich im Jahr 1907.
H.Silva--PC