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Nach Wahlsieg: Thailändischer Regierungschef bereitet sich auf Koalitionsverhandlungen vor
Nach dem überraschend deutlichen Sieg seiner Partei bei der Parlamentswahl in Thailand bereitet sich der bisherige konservative Regierungschef Anutin Charnvirakul auf Koalitionsverhandlungen vor. Anutin sagte am Montag vor Journalisten, er sei "sehr stolz" auf das Ergebnis, bei dem seine Partei laut örtlichen Medien auf fast 200 der 500 Sitze kam und die Zahl ihrer Abgeordneten verdoppeln konnte. Der 59-jährige Konservative war auf einer Welle des Nationalismus zum Sieg getragen worden.
Die absolute Mehrheit im 500 Sitze zählenden Unterhaus dürfte Anutin allerdings verfehlen. Daher wird Anutin mit seiner pro-monarchistischen und pro-militärischen Bhumjaithai-Partei eine Koalition bilden müssen, um an der Macht zu bleiben.
In Umfragen vor der Wahl hatte die reformorientierte Volkspartei, die größte Oppositionskraft, noch vor der Bhumjaithai-Partei gelegen. Den Medienberichten zufolge kann sie nun nur mit rund 120 Sitzen rechnen - deutlich weniger als bei der Wahl zuvor, aus der sie als Sieger hervorgegangen war.
Auf eine Frage nach einem möglichen Bündnis mit der nun drittplatzierten Pheu-Thai-Partei des inhaftierten Ex-Regierungschefs Thaksin Shinawatra sagte Anutin am Montag, alles werde noch "geprüft". Die Pheu-Thai-Partei hatte lange Zeit Thailands Politik dominiert, am Sonntag verzeichnete sie nun ihr schlechtestes Ergebnis, seit Thaksin seine politische Dynastie begründet hatte.
Nach zwei Urnengängen binnen drei Jahren deutet sich nun mehr politische Stabilität in dem asiatischen Land an. Die Börse reagierte am Montag positiv auf den Ausgang der Wahl und stieg um mehr als drei Prozent.
Im Wahlkampf hatte der Grenzkonflikt mit Kambodscha eine große Rolle gespielt. Anutin legte dabei eine harte Haltung an den Tag und gab der Armee weitgehende Befugnisse.
Anutin stammt aus einer thailändischen Politik- und Unternehmerdynastie. Seine Familie wurde vor allem durch eine Baufirma reich, die große öffentliche Aufträge wie den Bau des Bangkoker Flughafens oder des Parlamentsgebäudes an sich zog. Sein Vater war 2008 bereits Ministerpräsident, später auch Innenminister gewesen.
Anutin selbst war während der Regierungszeit seiner drei Vorgänger stellvertretender Ministerpräsident. Zuvor war er bereits Innen- und Gesundheitsminister gewesen.
Anutin hatte im September die Nachfolge von Regierungschefin Paetongtarn Shinawatra angetreten. Die Tochter Thaksins war Ende August im Zusammenhang mit dem Grenzkonflikt mit Kambodscha vom Verfassungsgericht abgesetzt worden.
M.Gameiro--PC