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Körperliche Probleme überwunden: Sinner locker im Halbfinale
Jannik Sinner hat seine körperlichen Probleme überwunden und ist auf seiner Titelverteidiger-Mission bei den Australian Open weiter auf Kurs. Zwei Tage nach dem dramatischen Sieg über Holger Rune, bei dem der Weltranglistenerste angeknockt wirkte, setzte er sich im Viertelfinale locker gegen Lokalmatador Alex de Minaur durch.
Nach weniger als zwei Stunden verwandelte Sinner seinen Matchball zum 6:3, 6:2, 6:1 und zog zum zweiten Mal ins Halbfinale von Melbourne ein. "Ich habe es einfach gefühlt und bin sehr froh über meine Leistung. Gestern war ein ruhiger Tag und wenn man jung ist, regeneriert man sehr schnell", sagte der Italiener nach einer blitzsauberen Leistung gegen den Weltranglistenachten. Er trifft am Freitag auf den US-Amerikaner Ben Shelton, der sich gegen Sinners Landsmann Lorenzo Sonego durchsetzte.
Bei seinem qualvollen Viersatzsieg über Rune im Achtelfinale hatte Sinner teils stark geschwächt gewirkt. Bei einem Seitenwechsel zitterte deutlich sichtbar sein ganzer Körper. Vor der Partie gegen de Minaur machten nun Gerüchte über eine mögliche Lungenentzündung beim Italiener in Melbourne die Runde - doch er präsentierte sich von Beginn an in guter Form. De Minaur wirkte überfordert und stellte keine Gefahr für den Weltranglistenersten dar, der sich in Melbourne den dritten Grand-Slam-Titel schnappen will.
Shelton hatte zuvor erst zum zweiten Mal das Halbfinale eines Major-Turniers erreicht. Der 22-Jährige schlug Sonego nach der nächsten überzeugenden Leistung und feierte einen der größten Erfolge seiner Karriere. 6:4, 7:5, 4:6, 7:6 (7:4) hieß es nach einer hochklassigen Partie in der Rod Laver Arena.
Shelton hatte im Achtelfinale das Turnier von Publikumsliebling Gael Monfils beendet und dabei mit seiner respektvollen Art viele Fans gewonnen. Nun zog er erstmals in Melbourne in die Runde der besten vier ein. "Ich fühle mich erleichtert, das war teils absurdes Tennis", sagte Shelton.
Der 29 Jahre alte Sonego schaffte es nicht, seine Routine in den entscheidenden Momenten auszuspielen. Shelton war vor allem gegen Ende der Sätze der konsequentere Spieler. Nach einem spektakulären Ballwechsel im Tiebreak des vierten Durchgangs krachte er bei einer Rettungsaktion gegen die Bande - anschließend machte er unter dem Jubel der Fans ein paar Liegestütze, stand unversehrt wieder auf und marschierte zum Sieg.
R.J.Fidalgo--PC