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Energiekonzerne wollen Projekt für CO2-Einlagerung vor Norwegen deutlich ausweiten
Die Energiekonzerne Equinor, Shell und Total wollen ihr kommerzielles Projekt zur Einlagerung von CO2 vor der norwegischen Küste deutlich ausweiten. Im Rahmen des "Northern Lights" getauften Vorhabens sollen künftig fünf Millionen Tonnen CO2 am Meeresgrund eingelagert werden, wie die das Joint-Venture der drei Konzerne am Donnerstag mitteilte. Zunächst war eine Kapazität von 1,5 Millionen Tonnen vorgesehen.
Die Energiekonzerne kündigten nun eine weitere Investition in Höhe von 7,5 Milliarden norwegischer Kronen (660 Millionen Euro) an, um die Kapazität von fünf Millionen Tonnen zu erreichen. In der Investitionssumme sind 131 Millionen Euro an Beihilfen der Europäischen Kommission enthalten. Die Einlagerung soll in diesem Jahr beginnen, die Kapazitätsausweitung soll bis 2028 geschehen.
Das CO2 stammt aus Industrieanlagen in besonders CO2-intensiven Branchen. "Northern Lights" hat etwa Verträge mit dem Düngemittelhersteller Yara International oder dem Baustoffhersteller Heidelberg Zement. Zusammen mit der Investitionsankündigung gaben Equinor, Shell und Total am Donnerstag zudem einen weiteren Vertrag mit dem schwedischen Energieunternehmen Exergi bekannt.
Das CO2, das normalerweise beim Betrieb von Industrieanlagen oder bei der Energieproduktion emittiert wird, soll künftig abgeschieden, verflüssigt und dann eingelagert werden. Diese sogenannte CCS-Technologie (Carbon Capture and Storage) gilt als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz in Bereichen, in denen CO2 nicht gänzlich eingespart werden kann.
CCS ist jedoch komplex und bislang sehr teuer. Die weltweiten CCS-Kapazitäten belaufen sich nach Angaben der Internationalen Energieagentur bislang auf rund 50,5 Millionen Tonnen - 0,1 Prozent der Emissionen. Das "Northern Lights"-Projekt ist eines der am weitesten fortgeschrittenen Vorhaben weltweit auf dem Gebiet. Klimaschützer warnen außerdem, dass der Einsatz von CCS zulasten nötiger Einsparungen von Emissionen gehen könnte.
A.Motta--PC