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Vor Nordsee-Gipfel: Umweltverbände fordern "naturverträglichen" Offshore-Ausbau
Im Vorfeld des Nordsee-Gipfels in Hamburg haben Umweltverbände ihre Unterstützung für den weiteren Windkraftausbau vor den Küsten bekräftigt - zugleich aber auch einen "naturverträglichen" Offshore-Ausbau angemahnt. Klimaschutz und Meeresschutz müssten "konsequent" zusammengedacht werden, forderten die Verbände am Donnerstag. Kritik äußerten sie an der bisherigen Vorbereitung des Gipfels: Zivilgesellschaftliche Organisationen seien bislang "nur unzureichend" eingebunden worden.
Der inzwischen dritte internationale Nordsee-Gipfel wird am kommenden Montag in Hamburg von der Bundesregierung ausgerichtet und soll den Ausbau der Offshore-Windenergie im gesamten Nordseeraum vorantreiben. Eingeladen sind Staats- und Regierungschefs aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Luxemburg, den Niederlanden und Norwegen sowie die EU-Kommission - außerdem auch erstmals Island und die Nato.
Zudem werden nach Angaben der Bundesregierung mehr als 100 Unternehmensvertreter am Gipfel teilnehmen. Der erste Nordsee-Gipfel hatte 2022 im dänischen Esbjerg stattgefunden, der zweite 2023 im belgischen Ostende. Damals vereinbarten neun Staaten, ihre gemeinsame Offshore-Leistung bis 2050 mehr als zu verdoppeln. Die Nordsee solle zum "grünen Kraftwerk Europas" werden.
Der ambitionierte Ausbau der Erneuerbaren wird auch von den Umweltverbänden "ausdrücklich" begrüßt. Allerdings müsse als Voraussetzung dafür erfüllt sein, "dass sich die Ausbauziele an den Belastungsgrenzen des marinen Ökosystems orientieren", erklärte der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) am Donnerstag gemeinsam mit BUND, Deutscher Umwelthilfe (DUH), Nabu, Greenpeace und WWF.
Denn schon jetzt gibt es nach Auffassung der Verbände eine intensive Nutzung des Ökosystems Meer, mit entsprechenden Folgen etwa für Tier- und Pflanzenpopulationen. Erforderlich sei es deshalb, dass der Windkraftausbau auch mit einer Verringerung "anderer Nutzungen wie der Exploration fossiler Energieträger, der Schifffahrt oder des Rohstoffabbaus" einhergeht. Die Offshore-Windenergie müsse Vorrang vor allen anderen Arten der wirtschaftlichen Nutzung der Meere haben.
Für einen "naturverträglichen" Offshore-Ausbau ist demnach auch "der konsequente Schutz und die Wiederherstellung ökologisch wertvoller Gebiete" nötig. Auch "hohe Umweltstandards bei Planung, Bau, Betrieb und Netzanbindung von Windparks" mahnen die Verbände an.
Grundsätzlich dürften Naturschutz und Klimaschutz nicht gegeneinander ausgespielt, sondern müssten stattdessen miteinander verzahnt werden: "Gesunde Meere sind unverzichtbar für den Klimaschutz - als CO2-Speicher, Lebensraum und Grundlage unserer Zukunft", hoben die Verbände hervor. "Genauso ist Klimaschutz unverzichtbar für die Gesundheit der Meere." Der Nordsee-Gipfel biete nun die Chance, Klimaschutz und Meeresschutz "gleichzeitig voranzubringen".
A.F.Rosado--PC