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"Terror"-Ermittlungen nach Autobrand in jüdischem Viertel von Antwerpen
Im Zusammenhang mit dem Brand eines Autos im jüdischen Viertel von Antwerpen sind am Montagabend zwei Jugendliche wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer "terroristischen" Vereinigung festgenommen worden. Nach ersten Erkenntnissen werde gegen die Verdächtigen wegen Brandstiftung und "Beteiligung an Aktivitäten einer terroristischen Vereinigung" ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft der belgischen Stadt am Dienstag mit. Dabei gehe es um ein im Internet kursierendes Bekennervideo, hieß es.
Den Angaben zufolge haben die Ermittler noch nicht das Motiv der Verdächtigen bestimmen können. Angaben dazu, ob die Brandstiftung sich gezielt gegen die jüdische Gemeinde Antwerpens richtete, machte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht.
Das Feuer wurde am späten Montagabend in der Nähe des Hauptbahnhofs gemeldet. Kurz darauf nahm die Polizei zwei Verdächtige aus Antwerpen fest. Das Auto war im sogenannten Diamantenviertel der Stadt abgestellt, in dem ein großer Teil der orthodoxen jüdischen Gemeinde wohnt.
Einem Bericht des öffentlich-rechtlichen flämischen Senders VRT zufolge gehörte das Auto einer Frau namens Fatia. Die Frau gab an, es seien Wertsachen aus dem Auto gestohlen worden, bevor es in Brand gesetzt wurde.
Die Organisation Site, die auf die Beobachtung islamistischer Online-Plattformen spezialisiert ist, berichtete, dass eine jüngst gegründete Gruppe mit Namen Harakat Ashab al-Yamin al-Islamiya (Die Islamische Bewegung des Volks der Rechten Hand - Hayi) sich in einem Video zu dem Feuer bekannt habe. Dieselbe Gruppe hatte in einem anderen Video einen Brandanschlag in London in der Nacht zu Montag für sich reklamiert, bei dem vier Rettungswagen der dortigen jüdischen Gemeinschaft zerstört worden waren.
Hayi hatte sich zudem zu der Explosion vor der Synagoge in Lüttich Anfang März bekannt. Bei dem Vorfall entstand leichter Sachschaden, verletzt wurde niemand. Auch für ähnliche Vorfälle am 13. und 14. März in den Niederlanden gab die Gruppe an, verantwortlich zu sein.
Site beschreibt Hayi als proiranische Gruppe. Das in den Niederlanden ansässige Internationale Zentrum für Terrorismusbekämpfung erklärte, das Video zum Anschlag in London sei über Online-Konten verbreitet worden, die mit pro-iranischen schiitischen Milizen in Verbindung stünden.
Die belgische Regierung hat den Schutz jüdischer Einrichtungen im Land verstärkt und setzt dazu auch das Militär ein. Die Maßnahme ist seit Montag in Kraft und konzentriert sich zunächst auf das Umfeld von Synagogen, jüdischen Schulen und Kindertagesstätten in Antwerpen und Brüssel.
A.Santos--PC