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Antonelli schreibt Geschichte: Jüngster Sieger in Monaco
Nicht mal ein Loch in den Straßen von Monaco konnte Kimi Antonelli stoppen: Der Überflieger aus Italien hat mit starken Nerven auch den Großen Preis von Monaco gewonnen und erneut Formel-1-Geschichte geschrieben. Im Alter von 19 Jahren und 286 Tagen ist Antonelli der jüngste Sieger des prestigeträchtigen Rennens im Fürstentum, mit dem fünften Triumph nacheinander baute der Italiener zudem seine Führung in der WM aus.
Hinter dem Mercedes-Fahrer folgte Rekordweltmeister Lewis Hamilton im Ferrari. Das große Spektakel blieb lange aus - in der Schlussphase ging es mit zwei Safety-Car-Phasen aber hoch her. So schied Lokalmatador Charles Leclerc kurz vor dem Ende auf Platz drei liegend aus, der Ferrari-Pilot fluchte und schimpfte im Boxenfunk. Das Rennen wurde dann mit Roter Flagge unterbrochen, weil die Strecke hinter der Rascasse-Kurve aufgebrochen war. Mit einer Kehrmaschine und Besen versuchten die Marshalls, den porösen Asphalt zu entfernen. Die Fahrer warteten derweil schier endlos lange in der Boxengasse.
Beim dann folgenden stehenden Start blieb Antonelli eiskalt, er hat in der WM nach dem sechsten von 22 Rennen nun 156 Punkte - und er demütigte seinen Teamkollegen George Russell, als er den Engländer gar überrundete. Russell verpasste das Podium deutlich. Nico Hülkenberg zeigte ein ordentliches Rennen - und am Ende holte der Emmericher als Neunter erstmals Punkte im Audi.
Nicht nach Wunsch verlief das Jubiläums-Rennen von McLaren: Im 1000. Grand Prix des Teams schied Weltmeister Lando Norris (England) in der 46. von 78 Runden wegen technischer Probleme aus. Der Australier Oscar Piastri fuhr in die Punkte und durfte nach Zieleinfahrt wegen ausstehender Strafen zunächst noch auf einen Podiumsplatz hoffen.
Antonelli profitierte vom frühen Aus von Max Verstappen. Der von Platz zwei gestartete Ex-Weltmeister kam wegen technischer Probleme überhaupt nicht vom Fleck und stand den Verfolgern somit im Weg. Antonelli nutzte diese Steilvorlage und zog an der Spitze davon. Dahinter entwickelte sich nur ganz kurz ein Duell der beiden Ferrari, danach setzte sich Hamilton immer weiter von Leclerc ab.
Nach einem Drittel des Rennens hatte Antonelli bereits zehn Sekunden Vorsprung auf Hamilton, der wiederum etwa sechs Sekunden vor Leclerc lag. Dahinter folgte mit deutlichem Abstand Verstappens Red-Bull-Teamkollege Isack Hadjar (Frankreich), der den schneller wirkenden Russell im zweiten Mercedes entnervte und lange aufhielt.
Als erster Fahrer des Spitzentrios kam Hamilton an die Box - allerdings hielt sich der Engländer dort nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h. Hamilton erhielt deshalb eine Fünf-Sekunden-Strafe. Antonelli bekam davon nichts mit, er fuhr sein eigenes Rennen, auch den Boxenstopp meisterte sein Team mühelos.
Spannung kam so nicht auf, bis Lance Stroll (Kanada) in seinem Aston Martin ausschied und das Safety Car auf die Strecke kam. Antonelli verlor dadurch seinen großen Vorsprung, das Feld rückte wieder ganz eng zusammen. Der Restart gelang dem Italiener, doch das Rennen wurde nur ganz kurz freigegeben, weil Leclerc in die Streckenbegrenzung krachte. Es folgten die zweite Safety-Car-Phase und die lange Unterbrechung mit Roter Flagge.
Kurios verliefen die Boxenstopps der Konkurrenz: Nicht nur Hamilton erhielt eine Zeitstrafe, auch Russell, Stroll, Piastri sowie die Alpine-Piloten Franco Colapinto (Argentinien) und Pierre Gasly (Frankreich) fuhren in der Box zu schnell und wurden sanktioniert.
A.Magalhes--PC