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Merz: "Keine Naturkatastrophe weniger" bei vorzeitiger deutscher Klimaneutralität
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat vor zu hohen Erwartungen an die Folgen einer vorzeitigen deutschen Klimaneutralität gewarnt. "Selbst wenn wir alle zusammen morgen am Tag klimaneutral wären in Deutschland, würde keine einzige Klimakatastrophe auf der Welt weniger geschehen, würde kein einziger Waldbrand weniger geschehen, würde keine einzige Überschwemmung in Texas weniger geschehen", sagte Merz am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag.
Der Bundeskanzler sprach damit die jüngsten Waldbrände etwa in Thüringen und Sachsen und die Flutkatastrophe in Texas mit mehr als 100 Toten an. Merz verwies darauf, dass Deutschland nur rund ein Prozent der Weltbevölkerung repräsentiere und rund zwei Prozent der globalen CO2-Emissionen verursache.
Merz bekannte sich aber explizit zu den Pariser Klimazielen, mit denen die globale Erwärmung auf 1,5 bis zwei Grad im Vergleich zu vorindustriellen Werten begrenzt werden soll. "Wir stehen zu diesen internationalen Verpflichtungen", stellte Merz klar. "Auch an dieser Stelle werden wir den Koalitionsvertrag einhalten", fuhr Merz fort. Darin setzt sich die Bundesregierung weiter das Ziel, bis 2045 treibhausgasneutral zu sein.
Die Klimaneutralität dürfe aber nicht mit einer "Deindustrialisierung unseres Landes" einhergehen, betonte Merz im Bundestag. "Wir wollen Klimaschutz und Industriestandort miteinander verbinden."
Merz nahm mit seinen Ausführugen Stellung zu der Kritik unter anderem der Grünen, dass seine Bundesregierung den Klimaschutz nicht wichtig genug nehme. Kritik an Merz' Äußerungen kam am Mittwoch aber auch aus dem Lager der schwarz-roten Regierung. "Damit kann kein Wissenschaftlicher einverstanden sein", schrieb der ehemalige SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach im Online-Dienst X. "Mit dieser Argumentation könnten hunderte Länder den Klimaschutz sofort beenden."
M.Gameiro--PC