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Mindestens fünf Tote bei russischen Angriffen auf ukrainische Stadt Dnipro
Bei russischen Angriffen auf die ostukrainische Stadt Dnipro sind ukrainischen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen getötet und mehr als 30 weitere Menschen verletzt worden. Der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Oleksandr Hanscha, erklärte am Samstag im Onlinedienst Telegram, bei einem nächtlichen Angriff sei ein Gebäude in Dnipro zerstört worden. Hanscha sprach von vier Toten und 27 Verletzten; unter den Verletzten seien ein neunjähriger Junge und eine 17-Jährige.
Der Gouverneur veröffentlichte Fotos und Videos, die ein weitgehend zerstörtes Gebäude zeigten. Zu sehen waren auch Einsatzkräfte mit einem schwarzen Leichensack sowie ein Bagger.
Später schrieb Gouverneur Hanscha, bei einem weiteren russischen Angriff auf ein Wohngebäude im selben Stadtteil sei mindestens ein Mensch getötet worden. Sieben weitere Menschen seien verletzt worden. "Ein mehrstöckiges Gebäude ist schwer beschädigt worden", schrieb Hanscha. "Die Russen haben denselben Stadtteil angegriffen wie während der Nacht."
Dnipro liegt mehr als hundert Kilometer von der Front entfernt. Die Industriestadt war bereits in den vergangenen Tagen von Russland ins Visier genommen worden.
Derweil wurden bei einem russischen Drohnenangriff auf einen zivilen Kleinbus in der südukrainischen Region Saporischschja ein Mensch getötet und vier weitere Menschen verletzt, wie der Chef der Regionalverwaltung, Ivan Fedorow, erklärte. Bei weiteren russischen Angriffen in der Ukraine gab es den örtlichen Behörden zufolge mehrere Verletzte.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte angesichts der neuen Attacken ein härteres internationales Vorgehen gegen Russland und weitere Militärhilfe für die Ukraine. "Jeder solche Angriff sollte unseren Partnern vor Augen führen, dass die Lage ein sofortiges und entschlossenes Handeln sowie eine rasche Verstärkung unserer Luftabwehr nötig macht", erklärte der Präsident auf Onlineplattformen.
"Wir müssen auch das 21. EU-Sanktionspaket gegen Russland auf den Weg bringen", erklärte Selenskyj. "Die durch die Blockade des 20. Pakets verursachte Pause hat dem Aggressor zusätzliche Zeit verschafft - es ist wichtig, dem entgegenzuwirken."
Bei einem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Zypern war am Donnerstag ein 20. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet worden, das auf den Bankensektor abzielt und neue Beschränkungen für den Export von russischem Öl vorsieht. Nach monatelanger Blockade durch Ungarn genehmigte die EU zudem ein Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro.
Moskau hat seit Beginn seines seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskrieges fast jede Nacht Drohnen auf das Nachbarland abgefeuert. Kiew greift als Reaktion regelmäßig Ziele auf russischem Gebiet an. Auch dabei gibt es immer wieder zivile Opfer.
Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, teilte am Samstag mit, bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Auto seien eine Frau getötet und ein Mann schwer verletzt worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, die russischen Streitkräfte hätten in der Nacht auf Samstag 127 ukrainische Drohnen abgefangen.
In Rumänien stürzte derweil inmitten der russischen Angriffe auf die Ukraine eine Drohne ab. Die Rettungskräfte des Nato-Mitgliedstaats teilten mit, die Drohne "mit einer möglichen Sprengladung" sei in bewohntem Gebiet abgestürzt. Es habe keine Opfer gegeben, jedoch seien ein Strommast und ein Gebäudeteil beschädigt worden.
Laut rumänischen Medien verursachten damit erstmals Trümmer einer russischen Drohne Sachschäden auf rumänischem Gebiet. Die Behörden ordneten die Evakuierung des Gebiets an, von der 200 Menschen betroffen waren.
Das Verteidigungsministerium in Bukarest erklärte, Russland habe mit Drohnen Ziele in der Ukraine nahe eines Grenzflusses zu Rumänien angegriffen. Im Radar seien "im rumänischen Luftraum operierende Drohnen" erfasst worden.
Seit Russlands Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 sind bereits zehntausende Zivilisten getötet worden. Von den USA vermittelte Gespräche über eine Beendigung des Konflikts haben keine Fortschritte gebracht, die Verhandlungen sind seit Wochen festgefahren.
A.Magalhes--PC