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DOSB zum Fall Kusch: "Außerhalb der Gemeinschaft des Sports"
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat den Entschluss des früheren Schwimm-Europameisters Marius Kusch, an den umstrittenen Enhanced Games teilzunehmen, verurteilt. "Jeder Mensch hat das Recht, frei über seinen Körper bestimmen zu können. Wer sich allerdings gesundheitsgefährdenden Projekten wie den Enhanced Games anschließt, nimmt wissentlich in Kauf, sich damit außerhalb der Gemeinschaft des Sports zu positionieren", teilte der Sport-Dachverband auf SID-Anfrage mit.
Die Enhanced Games, bei denen Doping ausdrücklich freigegeben ist, sollen im Mai 2026 in Las Vegas erstmals stattfinden. Der 32-jährige Kusch, 2019 Kurzbahn-Europameister über 100 m Schmetterling, hatte am Mittwoch als erster Deutscher seinen Start bei der hochdotierten Veranstaltung bekannt gegeben und dabei auch ausdrücklich wirtschaftliche Beweggründe angeführt - schwimmt er in Nevada über 50 oder 100 m Schmetterling als Wettkampfsieger unter der Weltrekordzeit, erhält er einen sechsstelligen Betrag.
Der DOSB räumte ein "dass die finanziellen Verlockungen einen erheblichen Anreiz darstellen, diesen Schritt zu gehen". Dennoch erwarte man "von allen Angehörigen unserer Mitgliedsorganisationen – ob Spitzenathlet*in oder Breitensportler*in –, die Werte, denen wir uns im Sinne des Miteinanders im Sport verschrieben haben, zu jeder Zeit zu achten und für deren Einhaltung Sorge zu tragen."
Die von milliardenschweren Investoren - dazu gehört auch der libertäre US-Unternehmer Peter Thiel - unterstützten Enhanced Games, so der Verband weiter, seien "mit den Werten des Sports nicht vereinbar. Sie verstoßen durch den Einsatz von Doping gegen in Deutschland geltendes Recht und stehen in ihrer Ausrichtung auf Leistungsoptimierung mithilfe verbotener Substanzen gegen das, wofür sich der Sport in Deutschland und weltweit einsetzt: faire und saubere Wettkämpfe."
Der DOSB verwies weiter auf "unkalkulierbare Gesundheitsrisiken für die Teilnehmenden". Die Enhanced Games seien "ein Sinnbild der Tendenz zu permanenter Grenzüberschreitung in unserer Gesellschaft". Zuvor hatte sich bereits der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) klar von den Werten der Enhanced Games und dem Handeln Kuschs distanziert.
H.Silva--PC