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Ex-Bundesaußenministerin Baerbock lehnt Boykott der Fußball-WM in den USA ab
Die Präsidentin der UN-Generalversammlung und frühere Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat einen Boykott der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 abgelehnt. Ein Boykott "würde ja auch Kanada und Mexiko treffen, die ebenso Ausrichter sind", sagte Baerbock den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Freitagsausgaben). Sie halte nichts davon, "notwendige politische Debatten auf dem Rücken von Sportlerinnen und Sportlern auszutragen, die jahrelang auf eine Meisterschaft hingearbeitet haben."
Baerbock rief allerdings Verbände und Politik zu bedachtem Handeln auf. Verbände und Funktionäre stünden "im Rahmen von sportlichen Großereignissen in der Pflicht, dass ihre eigenen Vergabekriterien wie Pressefreiheit, Nichtdiskriminierung oder auch Einreisebestimmungen nicht mit Füßen getreten werden", sagte Baerbock. "Auf der Ebene gibt es natürlich auch eine politische Verantwortung, sich nicht als Claqueur auf den Rängen instrumentalisieren zu lassen, sondern sich vielmehr auch im Vorfeld klar zu positionieren", fügte sie hinzu.
Distanziert reagierte Baerbock auf den Vorstoß des Präsidenten des Weltfußballverbandes FIFA, Gianni Infantino, Russland wieder zu internationalen Fußball-Turnieren zuzulassen. "Meines Wissens ist der russische Angriffskrieg leider noch nicht beendet", sagte Baerbock.
Im Zusammenhang mit den US-Drohungen gegenüber Grönland hatten mehrere Politiker einen Boykott der WM ins Spiel gebracht. Die Bundesregierung sprach sich dagegen aus. Sie halte dies "nicht für den richtigen Weg", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer. "Politische Auseinandersetzungen sollte man auf politischer Ebene austragen und den Sport entsprechend den Sport sein lassen."
Die WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko statt. Deutschland hat sich qualifiziert.
G.Teles--PC