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Langenhan legt die Goldspur: Überlegener Sieg im Eiskanal
Max Langenhan breitete die Arme aus und schoss überglücklich durchs Ziel: Der Rennrodler aus Thüringen hat dem deutschen Team bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo die ersehnte erste Goldmedaille beschert. Altmeister Felix Loch weinte erst in den Armen seines Vaters Norbert Tränen der Enttäuschung, dann stürmte er auf die Bahn, um Langenhan zu gratulieren.
Der 26-Jährige raste im Cortina Sliding Centre mit Bestzeiten in allen vier Läufen überlegen zu seinem ersten Olympiasieg und legte die Goldspur im Eiskanal für den traditionell starken Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD). Der Weltmeister verwies den Österreicher Jonas Müller (+0,596 Sekunden) und den Italiener Dominik Fischnaller (+0,934) auf die Plätze.
Langenhan folgt auf Johannes Ludwig, der 2022 in Peking triumphiert und damals ebenfalls für die erste Goldmedaille der deutschen Mannschaft gesorgt hatte. Am zweiten Wettkampftag kann sich Team D nach Silber für Emma Aicher in der Abfahrt und Bronze für die Biathlon-Mixed-Staffel über einen kompletten Medaillensatz freuen.
Nach einer durchwachsenen Saison war der zweimalige Gesamtweltcupsieger Langenhan nicht als Topfavorit nach Cortina gereist, trotz starker Nackenschmerzen hatte er aber schon am Samstag mit zwei fehlerfreien Läufen und Bahnrekorden überzeugt. Für Langenhan ist es nach sechs WM-Titeln (Einsitzer, Mixed-Einsitzer und Teamstaffel) der größte Erfolg seiner Karriere.
Am Donnerstag bekommt Langenhan, sollte er körperlich fit sein, in der Teamstaffel eine weitere Chance auf Edelmetall. In Cortina hat der Rodler vom BRC Friedrichroda einen großen Thüringer Fanclub um Vater Uwe dabei, der ihn an der Bahn lautstark unterstützte.
Felix Loch, der nach einem Patzer im ersten Lauf mit großem Rückstand in den zweiten Wettkampftag gestartet war, offenbarte am Sonntag erneut Probleme und konnte nicht mehr in den Kampf um die Medaillen eingreifen. Der nach einer starken Saison als Mitfavorit gestartete Olympiasieger von 2010 und 2014 erlebte wie in Pyeongchang 2018 und Peking 2022 eine herbe Enttäuschung und kam nur auf Platz sechs. Der Chemnitzer Timon Grancagnolo landete bei seinem Olympiadebüt auf dem neunten Rang.
Für den BSD soll das Gold von Langenhan indes erst der Anfang sein. Der Eiskanal könnte auch in Cortina wieder zur deutschen Goldrinne werden; in Peking gewannen die Rodler, Skeletonis und Bob-Piloten 16 der 27 deutschen Medaillen.
Im Rennrodeln waren in China sogar alle vier Goldmedaillen nach Deutschland gegangen. Und die Dominanz ist historisch: Im 17. olympischen Einsitzer-Rennen der Männer holte ein Rodler aus Deutschland oder der DDR zum zwölften Mal die Goldmedaille. Am Montag und Dienstag wollen die deutschen Frauen um Weltmeisterin Julia Taubitz im Einsitzer nachlegen.
H.Portela--PC