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Pahlavi pocht auf Sturz der iranischen Führung und macht Druck auf Europäer
Der Exil-Oppositionelle Reza Pahlavi hat in Berlin zum Sturz der iranischen Führung aufgerufen und von den Europäern eine entschlosseneren Haltung gegenüber Teheran gefordert. "Wenn Sie glauben, Sie könnten mit diesem Regime Frieden schließen, irren Sie sich gewaltig", sagte Pahlavi am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. "Es wird niemals Stabilität geben, wenn auch nur eine abgeschwächte Version dieses Systems überlebt." Der Berlin-Besuch des Schah-Sohns traf auch auf Protest, ein Demonstrant bespritzte ihn mit roter Flüssigkeit.
"Das Regime war noch nie so schwach wie jetzt", sagte Pahlavi. Es bestehe die einmalige Gelegenheit, "dem ein Ende zu setzen". Europa stehe vor der Wahl "zwischen einem sterbenden Regime, das uns alle gefährdet, und einem freien Iran". Der Wandel im Iran sei im Gange. Die entscheidende Frage sei, "wie viele Iraner ihr Leben verlieren werden, während die Gemeinschaft der westlichen Demokratien weiterhin nur zusieht", sagte Pahlavi.
Er kritisierte die Bemühungen, den Konflikt mit Teheran auf dem Verhandlungsweg zu lösen. Diese Versuche seien in der Vergangenheit immer wieder gescheitert. Seit der Gründung der Islamischen Republik vor 47 Jahren würden die Menschen im Iran unterdrückt. Zuletzt seien bei den regierungskritischen Protesten im Januar zehntausende Menschen getötet worden. Zudem verfüge der Iran über "neue Langstreckenraketen", mit denen er auch Europa angreifen könnte.
Gerade den Menschen in Deutschland müssten die Kosten einer "Appeasement"-Politik bewusst sein, fügte Pahlavi mit Blick auf die einst auf Beschwichtigung Nazi-Deutschlands ausgerichtete Politik hinzu. "Ich bitte Sie im Namen einer Nation, sich auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen."
Es sei eine falsche Annahme, dass iranische Führungspersönlichkeiten wie Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf oder Außenminister Abbas Araghtschi "plötzlich zu Pragmatikern geworden sind". Sie seien vielmehr "verschiedene Gesichter der gleichen Maschinerie".
Bei den US-israelischen Angriffen auf den Iran im Juni 2025 und seit Ende Februar 2026 waren mehrere hochrangige Vertreter der iranischen Führung getötet worden, darunter der Oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei. Am Dienstag verkündete US-Präsident Donald Trump die Verlängerung einer zweiwöchigen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran.
Pahlavi rechtfertige die massiven Angriffe der USA und Israels auf den Iran. "Die Luftangriffe, die auch die Infrastruktur des Regimes und dessen Unterdrückungsapparat trafen, waren ein notwendiger Schritt", sagte er. "Wie sonst sollen wehrlose Menschen eine Chance haben, dieses Regime tatsächlich zu überwinden, ohne Hilfe von außen?". Er bedauere "Kollateralschäden", aber werde sich nicht dafür entschuldigen, "dass wir unsere Freiheit einfordern".
Pahlavi äußerte die Hoffnung auf einen Volksaufstand im Iran. "Letztendlich zielt die Strategie darauf ab, dass die Menschen die Straßen zurückerobern können."
In seinem weltweiten Werben um Unterstützung stand für Pahlavi in Berlin auch ein Treffen mit Mitgliedern verschiedener Bundestagsfraktionen auf dem Programm, darunter auch mit dem CDU-Außenpolitiker Armin Laschet. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses äußerte sich nach dem Treffen positiv: Pahlavi wirke "sehr ruhig, sehr gelassen" und sei "ein integrativer Mensch, der versucht, die gesamte iranische Opposition zu bündeln und die Stimme im Westen zu sein", sagte Laschet im Interview mit RTL/ntv.
Der Schah-Sohn wird von Teilen der iranischen Opposition unterstützt, andere kritisieren den 65-Jährigen aber unter anderem wegen seiner Nähe zu Israel. Pahlavis Vater war 1979 durch die islamische Revolution gestürzt worden und aus dem Iran geflohen. Reza Pahlavi lebt heute in den USA im Exil.
In Berlin wurde er von Unterstützern, aber auch mehreren Gegnern empfangen. Einer von ihnen bespritzte Pahlavi nach der Pressekonferenz mit einer roten Flüssigkeit; er wurde von der Polizei festgenommen.
Im Februar hatte Pahlavi bei einer Protestkundgebung in München, an der rund 250.000 Menschen teilnahmen, eine Rede gehalten. Der Schah-Sohn betonte, er verfüge auch im Iran weiterhin über zahlreiche Anhänger. Millionen Menschen hätten im Iran seinen Namen skandiert und "sie tun es immer noch".
P.Serra--PC