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DBS-Vize Quade erwartet Russen bei Paralympics: "Blödes Gefühl"
DBS-Vizepräsident Karl Quade befürchtet trotz der ausgebliebenen Qualifikation von Athletinnen und Athleten für die Paralympics in Mailand und Cortina d'Ampezzo die Anwesenheit einer Delegation aus Russland. "Es wird schon so sein, dass da Nationalfarben auftreten, dass da Funktionäre auftreten, Schiedsrichter, Kampfrichter und alles Mögliche", sagte der 70-Jährige im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Das ist schwierig für mich, das muss ich ganz ehrlich sagen."
Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte Ende September die Suspendierungen von Russland und Belarus trotz des Angriffskrieges gegen die Ukraine aufgehoben. Sportlerinnen und Sportlern aus den beiden Ländern wäre somit der Start unter eigener Flagge erlaubt gewesen, eine sportliche Qualifikation war allerdings nicht mehr möglich.
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) sieht die Entscheidung zugunsten einer Rückkehr russischer und belarussischer Athletinnen und Athleten "hochkritisch", so Quade. Man könne das "eigentlich nicht akzeptieren". Er hoffe, so der Chef de Mission knapp 100 Tage vor dem Start der Winterspiele, "dass in Richtung Los Angeles (2028, Anm. d. Red.) noch irgendwas passiert. Ansonsten werden wir dann natürlich Russland und Belarus in großer Breite erleben".
Auch einen Protest zieht Quade in Betracht: "Wenn genügend NPCs (Nationale Paralympische Komitees, Anm. d. Red.) zusammen sind, wir würden da mitmachen." Ein Boykott dagegen bringe aus Quades Sicht "nicht viel. Man muss vor Ort Flagge zeigen und seine Position darstellen." Das hatte der DBS zusammen mit weiteren Nationen bereits in Peking 2022 getan. Damals hatte ein Protest kurz vor dem Start für den Ausschluss russischer und belarussischer Athletinnen und Athleten gesorgt.
Nach Italien fahre er "mit einem ganz blöden Gefühl", so Quade.
B.Godinho--PC