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Woltemade statt Undav? Nagelsmann als Anti-Psychologe
Deniz Undav hat einen Lauf, wohl den besten seines Stürmer-Lebens. Und doch brachte Julian Nagelsmann beim Start ins WM-Jahr in Basel gegen die Schweiz den formschwachen Nick Woltemade von der Bank, wo dessen Stuttgarter Konkurrent am Freitagabend vergeblich auf seinen Einsatz hoffte. Für den Bundestrainer war es eine logische Entscheidung.
"Es war ein super intensives Spiel, was das Anlaufen angeht", erklärte Nagelsmann. "Deniz hat seine Qualitäten, wenn wir selbst viel kontrollierten Ballbesitz haben." Gegen die Schweiz habe er aber einen Schwerpunkt auf dem Umschaltspiel gesehen - und daher Woltemade ins Spiel geworfen (63.).
"Nick hat bei uns eine super Quote, in Newcastle gerade aber keinen leichten Stand", erläuterte Nagelsmann. Er hätte Undav, "einem Topstürmer, der gut drauf ist, noch weiter Selbstvertrauen" geben können. Das hätte aber bedeutet, "einen Topstürmer, der gerade nicht ganz so gut drauf ist, fallen zu lassen" - Woltemade.
Damit handelte der Bundestrainer, wie er selbst mutmaßte, entgegen jede Lehrmeinung. Ein Psychologe würde "wahrscheinlich das Gegenteil von mir" sagen, wenn er die Lage analysierte, witzelte er. Es sei ja das Hobby mancher Psychologen, "immer das Gegenteil von allen Trainern zu behaupten". Undav habe "eh einen Run", sein Selbstvertrauen "für diese Woche" sei nicht so leicht zu zerstören.
Zumal sich der 29-Jährige gute Chancen ausrechnen darf, gegen Ghana am Montag (20.45 Uhr/ARD) eine besondere Chance zu bekommen - als VfB-Profi in Stuttgart.
H.Portela--PC