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Olympia-Bewerbung: Köln neues Zugpferd für Rhein-Ruhr
Im Rennen um die Kandidatur für Olympische Spiele in Deutschland wechselt die Bewerberregion Rhein-Ruhr nochmals die Taktik. Die Millionen-Metropole Köln rückt nach Angaben von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) wenige Monate vor dem geplanten Bürger-Referendum als prominentes Aushängeschild ("Leading City") ins Zentrum der Pläne für Sommerspiele im bevölkerungsreichsten Bundesland. Besonders durch ihre weltberühmte Dom-Silhouette soll Deutschlands viertgrößte Stadt (1,024 Millionen Einwohner) der Rhein-Ruhr-Kampagne mehr internationale Strahlkraft verleihen.
"Jedes Team braucht einen Kapitän, den man international nicht erklären muss. Köln steht für Weltoffenheit, Herzlichkeit und Sportbegeisterung", kürte Wüst die Domstadt in der Düsseldorfer Leichtathletikhalle mit den Stadtoberhäuptern der 17 beteiligten Kommunen hinter sich versammelt offiziell zum Zugpferd der vorerst als "Köln/Rhein-Ruhr" firmierenden Kampagne.
"Wir haben das stärkste Angebot für Spiele in Deutschland. Wir haben für jede Sportart die beste Sportstätte", sagte Wüst weiter, "wir machen der Welt mit der größten Bühne für den größten Moment der Aktiven ein Angebot für die kompaktesten, nachhaltigsten und spektakulärsten Spiele. Köln/Rhein-Ruhr ist bereit."
Wüst zufolge sollen nunmehr das als temporäre Arena geplante Leichtathletikstadion, das Olympische Dorf "für 95 Prozent aller Sportlerinnen und Sportler" und auch das Medienzentrum quasi unter dem Dom angesiedelt sein. "Alle Sportstätten sind für alle Athleten in weniger als einer Stunde erreichbar", sagte der Ministerpräsident weiter und kündigte für die Wettbewerbe "14 Millionen erschwingliche Tickets" und "Rekordkulissen" an: "Wir wollen nicht elitär und abgehoben sein, sondern inklusive und für jedermann".
Die Zuweisung einer dominanten Rolle für Köln "nach sportfachlicher Beratung" (Wüst) bedeutet einen signifikanten Kurswechsel der zuvor auch verstärkt mit Essen planenden NRW-Strategen. Ursprünglich waren alle beteiligten Kommunen im Bewerbungskonzept des "Powerhouse of true sports" weitgehend gleichgewichtete Partner.
Die Bewerbung aus NRW befindet sich mit den drei noch größeren Städten München, Hamburg und Berlin im Wettstreit um die Nominierung als Deutschlands Kandidat für Olympia 2036, 2040 oder 2044. Nach Münchens erfolgreicher Bürgerbefragung von Ende Oktober kann die Bevölkerung der für Köln/Rhein-Ruhr in Betracht gezogenen Städte am 19. April über eine mögliche Kandidatur ihrer Heimatorte abstimmen. In Hamburg findet am 31. Mai ebenfalls ein Referendum statt. Für Berlins Bürger ist bislang keine Befragung vorgesehen.
Finanziell sei der NRW-Kandidat bei der Werbung um Zustimmung laut Wüst zwar "sparsam unterwegs", doch offenbar soll die Kampagne bald noch stärkere Unterstützung erhalten: "Wir tun alles, was es braucht, um aber auch professionell unterwegs zu sein."
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) plant mit der bereits gesicherten Unterstützung der Bundesregierung die Festlegung auf einen der vier Bewerber als seinen Kandidaten für eine Außerordentliche Mitgliederversammlung am 26. September in Baden-Baden. Zuletzt war Deutschland 1972 bei den Sommerspielen in München Olympia-Gastgeber.
L.Carrico--PC